Little Peters "Solitär-Paradoxon"

Da hatte sich der kleine Englisch-Rabe, Little Peter, ja wieder etwas ganz besonders Herausforderndes erträumt.

Aufgeregt kam er zu den Kindern und erzählte in seiner lustigen Art, dass er es gemein findet, dass man Solitär, wie es der Name schon sagt, immer allein spielt. Doch nun habe er von einem Spiel geträumt, dass man "allein gemeinsam" spielen kann. Und überhaupt sollten die Kinder ihm dabei helfen.

"Allein gemeinsam"? Das hörte sich schon ganz schön "paradox" an. Bitte wie? Paradox? Schnell begriffen die Kinder, dass sich der Begriff auf Sachen bezieht, die sich womöglich ausschließen. Und schon erfanden sie solche Sachen, wie "der viereckige Kreis", die "dreieckige Sonne", "die Nacht, in der die Sonne scheint", und "das gleichgroße Haus im Haus" und "ein 0jähriger Opa". Ja selbst ein Doppelparadoxon war mit dabei, wie es eines der Kinder bemerkte: "Das Zweieck mit nur einer Ecke!"

Doch zurück zum "Allein gemeinsam". Trotz der scheinbar nicht lösbaren Aufgabenstellung hatte Little Peter einen Plan. Und einen Plan zu haben, ist immer schon einmal ein guter Weg, um etwas auszuprobieren. Was dabei herauskommt, ist aber offen. So bat Peter die Kinder erst einmal, sich im Raum umzusehen und Gegenstände zu suchen, die gerade so groß wie ein Schachfeld wären. Gesagt, getan! Die Kinder stellten sehr unterschiedliche Gegenstände auf das Schachbrett. Als alle Gegenstände beschaut und benannt worden waren, lud Peter zu einer Partie "Solitär" mit den gesammelten Gegenständen auf dem Schachbrett ein. Immerhin wollte er wissen, welcher Gegenstand übrig bleiben würde. Im Gegensatz zum echten "Solitär" bat Peter die Kinder aber, sich beim Ziehen abzuwechseln. Das erste Kind mochte den zuerst übersprungenen Gegenstand in die Hand nehmen und beginnen, eine Geschichte über diesen Gegenstand zu erzählen. Jedoch sollte nach jedem Satz ein neuer Zug eines anderen Kindes folgen, das mit seinem "geschlagenen" Gegenstand wiederum die Geschichte fortsetzen konnte. Wenn ein Kind die Geschichte fortgesetzt hatte, sollte es den "geschlagenen" Gegenstand in die Reihe seiner Vorgänger stellen.

Und siehe da, im Folgenden entstand auf der Grundlage der Solitärregeln folgende Kettengeschichte der Kinder der Vorschulgruppe 5:

Der rasende Frosch

(Deckel einer Eichel) Es war einmal ein kleiner Frosch. Der hatte einen Eichendeckelhut. (Viereck) Dieser Hut war viereckig. (Steckerstein) Außerdem hatte der Frosch einen Regenschirm, der die Form eines Steckerbausteins hatte. (Murmel in einer Büchse) Eines Tages kam der Frosch zu einem Brunnen. Darin war eine goldene Kugel. Er holte sie raus. Es war eine Zauberkugel, die jeden Wunsch erfüllt. (Polizeiauto) Der Frosch rieb an der Kugel und wünschte sich ein Polizeiauto. Er rieb an der Kugel und kling, bam, bum stand neben ihm ein neues Polizeiauto. Er stieg ein und raste los. (Herz) Er fuhr so schnell, dass vor Freude in seinen Augen Herzchen standen. (Rad) Auf einmal platzte dem Frosch ein Reifen. (Eichel) Schuld war eine Eichel, die der Wind auf die Fahrbahn geweht hatte. (Fädelperle) Der Frosch fuhr mit dem geplatzten Reifen einfach weiter. Plötzlich fuhr er über eine Perle und der zweite Reifen platzte. (Hase) Wieder fuhr der Frosch mit den kaputten Reifen weiter. Da hoppelte auf einmal ein Hase über die Fahrbahn. (Schwein) Der Frosch machte eine Vollbremsung: "Schwein gehabt!"

Letztlich blieben nach den Regeln des "Solitär-Spiels" vier Gegenstände übrig. Little Peter staunte nicht schlecht und dachte mit den Kindern noch einmal darüber nach. Sie hatten "Solitär" gespielt, aber nicht allein, sondern gemeinsam. Und sie hatten beim Spielen sogar eine Geschichte erfunden. "Wie ging die gleich noch einmal?", wollte Peter wissen. Die Kinder hatten kein Problem diese nachzuerzählen! Denn die Gegenstände bildeten ja so etwas wie einen Plan, einen Wegeplan. Ganz zum Schluss blieb aber doch eine Frage offen: War das nun ein echtes Paradoxon, "allein gemeinsam" spielen? Vielleicht ist ja nicht alles, was sich paradox anhört auch ein wirkliches Paradoxon. Zum Beispiel kann ja auch nachts doch die Sonne scheinen. Wie beispielsweise die Nordlichter oder aber der Sommer am Nordpol. Aber das ist eine andere Geschichte im Monatsplan.

(Die Kinder der Vorschulgruppe 5, Helge Hartwig)

 

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