Sprachbildung und Sprachförderung

Zum Aufbau und der Vertiefung kreativitätspädagogischen Wissens und Könnens bei ausgebildeten und in Ausbildung befindlichen Kreativitätspädagogen fand am 27.01.2018 die Auftaktveranstaltung der projektbezogenen Weiterbildung im Bereich "Sprachförderung und Sprachbildung" in der Aula der BIP Kreativitätsgrundschule Dresden statt.

Die Weiterbildung erfolgt im Rahmen von Blockveranstaltungen im Zeitraum des Kitajahres 2017/2018 und ist eingelagert in die kreativitätspädagogische Arbeit mit den Kindern der BIP Kreativitäts-Kindertagesstätte MiniMax Dresden im oben genannten Zeitraum.

Angelehnt an das Jahresthema "Unser Jahr des Buches" zielt die Weiterbildung im Besonderen darauf, allgemeines anwendungsbereites Wissen und Methodenkompetenz zur spezifischen Sprachförderung von Kindern im Alter von einem Jahr bis zum Schuleintrittsalter zu vertiefen. Zur Zielgerichtetheit, Problemlösungsorientiertheit, Sinnstiftung und Sinnbezogenheit der eigenen und der schöpferischen Handlungen der Kinder wird weiter angeregt. Zudem werden wesentliche Aspekte der Sprachförderung im Zusammenhang mit dem Erwerb von Medienkompetenz im Umgang mit Kinderbüchern seitens der Kinder herausgearbeitet und in ihre tägliche kreativitätspädagogische Arbeit integriert. Darüber hinaus gilt es, kindesspezifische Sprachentwicklung, Sprachkompetenzen und Methoden zu erarbeiten bzw. zu dokumentieren und in Buchform den Kindern, Eltern und Kollegen zugänglich zu machen. Zur Unterstützung der gruppenspezifischen Buchprojekte hat der Elternrat beschlossen, uns mit dem diesjährigen gegenstandsbezogenen Spendenprojekt zu unterstützen.

Zum Kreativitätspädagogisches Anliegen: Fürsorge, Bildung und Erziehung in der BIP Kreativitäts-Kindertagesstätte Dresden ist stets auf die Gesamtheit der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern gerichtet. Im Mittelpunkt des kreativitätspädagogischen Konzeptes steht die kontinuierliche, ganzheitliche und frühzeitige Förderung, wobei der Begriff Förderung sich hier nicht auf ein zu beseitigendes - u. a. auch pathologisches - Defizit von altersbezogenen Fähigkeiten und Fertigkeiten bezieht, sondern auf die in individuelle Ausprägung altersgerechter Kompetenzen und die Förderung von Begabungspotenzialen.

Die Entwicklung sprachlich-kommunikativen Wissens und Könnens ist nicht nur Gegenstand geistiger und körperlicher Reifeprozesse selbst. Sprachverständnis sowie Sprachfertig- und Sprachfähigkeiten nehmen eine zentrale Funktion bei der Eröffnung sensorischer und psychomotorischer Prozesse ein, sind selbst integrativer Bestandteil dieser und wirken somit direkt auf die Ausbildung neuronaler Vernetzungen. Je dichter das neuronale Netz "geknüpft" ist, umso sicherer stehen fundamentale Kompetenzen für weiteres Lernen und kreatives Handeln zur Verfügung.

Bedenkt man nun, dass im Zuge der gesellschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre und Jahrzehnte der Spracherwerb zunehmend (beispielsweise durch Zersetzung traditioneller Trägersysteme wie Kernfamilie und stabiles Arbeitsumfeld sowie durch "Medienexplosion" wie Rundfunk, Fernsehen, Tontechnik, Telefon und Internet) entpersonalisiert, globalisiert und in seiner Gestalt und Wirkung diversifiziert, von klaren reflektierten Wertvorstellungen- und Wertzusammenhängen entkoppelt und durch die Entstehung von Mischsprachen als Reaktion auf die Bewältigung von Alltagserfordernissen verkompliziert wird, sind Tendenzen wie beispielsweise spracherwerbsbedingte Störungen bei Kindern, wie die Erhöhung logopädischer Bedarfe, wie die Rationalisierung, Verrohung und Anonymisierung der Alltagssprache nicht verwunderlich. Gerade hier sind Bildungs- und Erziehungskonzepte und die sie ausübenden pädagogisch geschulten Fachkräfte gefordert, um den Spracherwerb und den Umgang mit Sprache an Interaktionsbedingungen zu knüpfen, die eine direkte, personal lebendige Kommunikation anregen, Kommunikationsstrategien entschleunigen, Reflexions- und Lernprozesse ermöglichen sowie somatische und psychomotorische Aktivitäten zulassen und anregen.

Solche günstigen und bei Kindern im Krippen- und Kindergartenalter spracherwerbsfördernden Interaktionsbedingungen entstehen, wenn Sprache (zu der auch Körpersprache, Musik und materielle Umgebung zählt) bewusst in die Alltags-, Lern- und Spielhandlungen der Kinder verstärkt Eingang findet und der Pädagoge sich Medien bedient, die im wahrsten Sinne "(be)greifbar" sind und direktes gemeinsames Erleben, Nachempfinden, Austauschen und handlungsorientiertes Nachspielen und fantasievolles Weiterentwickeln ermöglichen.

Bücher in ihren Grenzen und ihrer schier unerschöpflichen Vielfalt stellen ein solches Medium dar, da sie begleitet durch den jeweiligen Pädagogen zur Interaktion mit der Umwelt, dem Miterlebenden aber auch zur "Interaktion" mit sich selbst anregen und wertbildend wirken. Wie im Umgang mit allen Medien, ist eine zielgerichtete, sinnstiftende und spracherwerbsfördernde Nutzung von Büchern als pädagogisches Hilfsmittel an die Entwicklung einer entsprechenden Medienkompetenz der pädagogischen Fachkräfte gebunden.

(Helge Hartwig)

 

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