Federleichtes großes Gewicht

"Könnte ich die Anfangsszene bitte noch einmal sehen? Schafft ihr das nochmal?" Alexander Zamponi zögert noch mit einer Aussage. "Jaaaaaa! Überhaupt kein Problem!" antworten die jungen Tänzer der 4b einstimmig.

In der BIP Kreativitätsgrundschule Dresden ist Probenprojektwoche. Die Projektwoche bedeutet an unserer Einrichtung stets auch intensive Weiterbildung des pädagogischen Personals. Sowohl im Vorfeld im Rahmen von Workshops zu didaktischen und fachlichen Fragen als auch in der Projektwoche selbst. Die Klassen haben bereits seit Monaten im TBE-Unterricht kleine Tanztheaterpassagen ausgearbeitet. Das alles überspannende Thema lautet "federleicht". Weitere Vorgaben gibt es nicht. In der Projektwoche kann viel intensiver geprobt werden, als sonst. Jede Klasse hat als Höhepunkt einen "Termin" in der Aula. Dort wartet Alexander Zamponi, Theaterpädagoge, Schauspieler und Sänger, auf die Schüler. Er schaut sich gemeinsam mit der "Steuergruppe" für unser Jubiläumsstück anlässlich des 15jährigen Bestehens der Schule alle Klassenbeiträge mit analytisch geschultem Expertenblick an. "Das war wirklich toll. Erst einmal ein großes Kompliment an euch! Wie wäre es denn, wenn zwischen jedem Satz, den der Drache spricht, ein Gong ertönt?" Gute Idee, das wird gleich ausprobiert. Und tatsächlich gewinnt der Monolog des Drachen erheblich an Bedeutsamkeit und Gewicht ... wunderbar! Aber Moment mal: Passt denn dieses Gewicht noch zum Thema "federleicht"? Darüber müssen wir noch einmal intensiv nachdenken. Und genau darum geht es in der Projektwoche. Die Umsetzungen werden weiter bearbeitet. Letztlich soll sich ein großer roter Faden durch alle Tanztheaterbeiträge ziehen. Das ist längst nicht alles: Requisiten, Kostüme, ein Programmheft, Eintrittskarten, Plakate, Ton- und Videoeinspielungen werden vorbereitet. 

(Karsten Goll)

 

 

Kurzinterview mit Alexander Zamponi

Alexander Zamponi ist Schauspieler, Sänger und Theaterpädagoge. Er arbeitet seit 20 Jahren an Theatern und tritt seit 2009 als Dozent u. a. an der Akademie für Kreativitätspädagogik auf. In einer Probenpause ergab sich die Gelegenheit für ein kurzes Gespräch:

  • Goll: Herr Zamponi, Sie beraten die Kreativitätspädagogen unserer Schule nicht zum ersten Mal bei der Umsetzung eines Stückes. Bereits im Jahre 2011 begleiteten Sie die Proben zum Festprogramm "Mit der Baumfee unterwegs". Welchen Eindruck haben Sie von den derzeitigen Kreativitätsgrundschülern?
  • Zamponi: Mein Eindruck ist überaus positiv. Die Klassen sind sehr gut vorbereitet. Man spürt, dass die Kinder Erfahrungen mit der Materie haben. Sie sind auch sehr diszipliniert bei den Vorspielen. Das macht mir die Arbeit natürlich leichter.
  • Goll: Worauf achten Sie in besonderer Weise, wenn Sie sich einen Beitrag anschauen? Welche Aspekte sind Ihnen wie wichtig?
  • Zamponi: Zunächst schaue ich darauf, ob das Stück für die Bühne handwerklich sinnvoll umgesetzt ist. Für den Zuschauer soll deutlich werden, was passiert. Ich versuche etwas zu finden, was fehlt ... etwas, was es für den Zuschauer spannend macht.
  • Goll: Das gilt ja für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Welche Herausforderungen sehen Sie bei der Umsetzung mit Kindern im Grundschulalter?
  • Zamponi: Die Grundfrage, die ich mir immer stelle ist: Was ist machbar, ohne die Kinder zu überfordern? Daraus ergibt sich die Frage: Wie baue ich einen Probenprozess sinnvoll auf? Probenarbeit ist anstrengend und fordert viel Konzentration und Kraft von den Schülern. Deshalb sollte sie immer in handliche Portionen eingeteilt werden. Der Lehrer muss sich vorher Gedanken darüber machen, was überhaupt leistbar in einer bestimmten Zeit ist. Wie lange braucht es beispielsweise, bis ein Kind einen Text wirklich bühnenreif auswendig kann? Wichtig ist es, den Stress für die Kinder, wann immer möglich, zu verringern. Eine vernünftige Atemtechnik sollte regelmäßig trainiert werden. Das kann auch gern mit einem Lied verbunden werden. Wir haben es bei einer Aufführung so gelöst, dass wir drei wichtige Hauptpositionen für die Proben der einzelnen Elemente festgelegt haben. Um langatmige und lautstarke Anweisungen zur Anordnung der Tänzer und Schauspieler im Vorfeld einer Szenenprobe zu vermeiden, bestand die erste Einheit einzig und allein darin, über einen Wettbewerb die schnelle Wiederherstellung dieser Anordnung spielerisch und mit Spaß zu trainieren. Es ging zunächst einfach darum, wer zuerst an seiner Position ist. Die Kinder haben gar nicht bemerkt, dass wir proben.
  • Goll: Stichwort Sensibilität ...
  • Zamponi: Ein großes Thema - nicht nur aber insbesondere bei der künstlerischen Arbeit mit Kindern. Nehmen Sie allein die Situation auf der Bühne: Jeder, der schon einmal selbst auf einer Bühne gestanden hat, weiß, wie verletzlich man dort ist. Es gibt hier keine Möglichkeit, sich zu verstecken. Da kann man in der Aufregung schnell einmal den kompletten Text vergessen. Jede Reaktion von außen wird besonders stark bewertet, besonders Kritik. Wir sollten damit sehr behutsam und überlegt umgehen.
  • Goll: Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für dieses Gespräch genommen haben!
  • Zamponi: Sehr gerne!

 

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